Kletterblatt 2013 - page 95

kletterblatt 2013
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Ausland
Report
die große Unbekannte bei der Kal-
kulation sein. Gurs hat zwar nicht
mehr Regentage als im Rheintal,
jedochdie doppelteNiederschlags-
menge. Und da gab es noch die
steuerrechtliche Seite dieses Pro-
jektes: Umsatzsteuer, franz.
UstIDNR, franz. Steuerberater!
Dazuwaren lange Recherchen nö-
tig und es gab teure Antworten.
Aber nach fast zwei Jahren war
dieses Problem auch gelöst.
Für den Aufbau und die Organi-
sation einer Logistik sowie für die
Kommunikation mit den Men-
schen vor Ort sollten die franzö-
sischen Kollegen zuständig sein.
Bei den französischen Baumklet-
termeisterschaften in Strasbourg
trafen wir uns noch einmal, um
uns auf den Angebotspreis zu ver-
ständigen.
Dann dauerte es mehr als ein
Jahr, bis der überraschende Anruf
mit der Frage kam, ob unser Ange-
bot so noch gelten würde. Leider
war das für die französischenKol-
legen nicht der Fall, weshalb die
Basis für eine Zusammenarbeit
nicht mehr vorhandenwar. Leider.
Nachdem uns Vertreter der Stadt
Karlsruhe ihre Unterstützung zu-
gesagt hatten, nahmen wir den
Auftrag an.
Bei den im Frühjahr alljährlich
stattfindenden Gedenkfeierlich-
keiten in Gurs konnten wir dann
in einemGesprächmit Bürgermei-
ster Costemalle vonGurs, mit Hil-
fe vonHerrnAugenstein, demLei-
ter des Hauptamtes der Stadt
Karlsruhe, viele offene Probleme
lösen. So wurde z. B. mit den an-
grenzenden Grundstückseigentü-
mern geklärt, wie die Felder als
Zugangs- und Entsorgungswege
genutzt werden konnten. Außer-
dem kalkulierten wir nochmals
alle Bäume und besprachen mög-
liche Vorgehensweisen.
Nachhaltig beeindruckend war
bei dieser Veranstaltung aber der
Kontakt zu denMitgliedern der jü-
dischen Gemeinde. Vor allem wa-
ren es die Schilderungen von Paul
Niedermann, einem der letzten
Zeitzeugen, die uns sehr betroffen
gemacht hatten.
Quasi im letzten Moment dieser
Reise lernten wir noch zwei junge
Kollegen aus der Gegend kennen.
Dies sollte sich als sehr glücklich
erweisen, da sie uns maßgeblich
bei der Lösung einiger Probleme
halfen und sich überdies als gute
Kollegen und sehr angenehme
Menschen erwiesen.
Jetzt galt es, ein Teamaufzustel-
len. Fast jeder Kletterer, der davon
erfuhr, bekundete spontan seine
Bereitschaft mitzumachen, wes-
halbwir die Qual derWahl hatten.
Sorry an alle, diewir nichtmitneh-
men konnten. Schließlich hatten
wir ein 15-köpfiges Team, beste-
hend aus süddeutschen Spezia-
listen, den zwei französischen
Kollegen sowie Mathias Schmitt
vomGartenbauamt Karlsruhe.
Einige Probleme waren immer
noch zu klären und so fuhrMicha-
el noch zweimal nach Gurs. Für
zwei Dinge fanden wir erst kurz
vor Beginn eine Lösung: EinHaus,
in dem wir wohnen und gleichzei-
tig dieWohnmobile untergebracht
werden konnten und eine geeig-
nete Hubarbeitsbühne. Diese war
notwendig, weil einige Bäume be-
reits nicht mehr kletterbar waren
und sinnvoll, weil die Arbeit mit
der Hubarbeitsbühne inKombina-
tion mit Kletterern oft der effizi-
entere und sichereWeg war.
In Frankreich sind vor allem
Selbstfahrer ohne Stützen zu be-
kommen, die für unsere Zwecke
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