„Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.“ Dieser Spruch hat in den letzten Jahren eine weitere Bedeutung bekommen. Denn nicht nur im Gewitter kann von Eichen eine Gefahr ausgehen. Durch die vermehrte Verbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) in Deutschland sind Baumpflegearbeiten an Eichen nicht immer einfach.
Kaum ein Baumpfleger kennt sie nicht – die Anrufe ängstlicher Gartenbesitzer, Kindergärtner und Spaziergänger. Die Raupen sind los! In manchen Landstrichen gab es in den letzten Sommern kaum mehr eine Eiche, die nicht vom Eichenprozessionsspinner befallen war. Dem Baum schadet der Befall kaum. Das Problem: Die Brennhaare der Raupen sind sehr leicht und werden vom Wind über weite Strecken getragen. Gelangen sie auf freie Hautstellen, lösen sie Reizungen, Allergien und schmerzhafte Verbrennungen aus. In Augen oder den Atemwegen kommen noch allergische Schocks, Fieber, Schwindel oder Asthma hinzu. Schuld ist das Eiweißgift Thaumetopoein, das sich in den Härchen befindet. Kein Wunder also, dass Baumpfleger immer wieder zur Hilfe gerufen werden.
Hilfe gegen die haarige Invasion
Wie überall, gibt es auch beim EPS nicht „die“ perfekte Strategie, um die Raupen loszuwerden. Je nach Befallsstärke und Frequentierung der Gebiete eigenen sich andere Bekämpfungsverfahren. Diese reichen von Hinweisschildern für Fußgänger über Spritzmittel und den Einsatz natürlicher Fressfeinde bis hin zu Einsätzen, in denen die Nester mit Saugern entfernt werden.
Die effizienteste Lösung, bei der die Anzahl der Brennhaare stark eingeschränkt werden kann, ist das Absaugen der Raupen und der Nester mit speziellen Saugern. Manche Städte machten in den letzten Jahren jedoch auch mit dem Einsatz natürlicher Fressfeinde wie Vögeln und Käfern gute Fortschritte. Wo sich viele Menschen aufhalten oder der Befall besonders stark ist, führt an einer professionellen Entfernung der Raupen dennoch kein Weg vorbei.
Ganzkörperschutz für den Feldzug
Für den Baumpfleger ist die Bekämpfung der kleinen Tierchen zwar ein neues und immer größer werdendes Arbeitsfeld, jedoch nicht unbedingt eines der schönsten. Bei einem solchen Einsatz geht es nicht ohne Schutzausrüstung in den Baum. Ein Ganzkörper-Anzug, Atemmaske, Handschuhe und Schutzhaube schützen den Kletterer vor den Brennhaaren. Ausgestattet wie die Hauptpersonen in einem Endzeitfilm ist der Fachmann zwar gut geschützt, gerade bei hohen Temperaturen ist die Arbeit aber nicht gerade angenehm.
Da hilft nur eins: Ein Team, das auch diese unschönen Arbeiten zwar mit Sorgfalt, aber auch dem nötigen Humor in Angriff nimmt.
| Die Autorin: Marina León (E-Mail) Master of Science in Umweltplanung und Ingenieurökologie, Redaktion und Projektleitung Baumpflegeportal und Kletterblatt, Nebengewerbe Baumpflege |
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.