Was man liebt, das schützt man. Diesen Spruch haben wir alle sicherlich schon einmal gehört. Baumpfleger Karl Steigel ist leidenschaftlicher Baumpfleger, dem die Gesundheit der Bäume am Herzen liegt. Wie letztendlich uns allen. Jedoch schlägt ihm eine Sache auf den Magen: der Baumschoner am gesunden Nachbarbaum. Dem Kletterblatt schildert er seine Meinung zu diesem Thema.
Der Kambiumschoner in der Baumkrone ist Standard. Selbst bei der SRT sieht man immer häufiger einen Kronenanker. Doch dem „slacklinenden Baumpfleger“ fällt auf einigen Baustellen eines auf: Da wird am gesunden Nachbarbaum eine Rolle angeschlagen und als Riggingankerpunkt genutzt oder der 9:1 Flaschenzug an unbeteiligten Bäumen befestigt, um den Reststamm zu fällen. Und all das ohne einen sogenannten Baumschoner.
Aus anderen Szenen lernen
In der Slacklineszene hat es sich bereits etabliert, immer einen Tree Protection zu nutzen. In der Baumpflegeszene ist dies eher selten anzutreffen. Anschlagmittel der Wahl sind dabei Ankerstich, Zimmermannsstek oder gesicherter Mastwurf. Alle würgen den Baum und verursachen hohe Belastungen. Es kommt zu Reibung, Scherkräften und selbst das Kambium kann bei hohem Druck beschädigt werden.
Slacklinende Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass allein schon ein Stück Filz oder Teppich unter dem Anschlagmittel den Druck um bis zu 50 Prozent reduziert. Umso breiter das Anschlagmittel, desto besser ist die Kräfteverteilung. Das leuchtet ein, steht dennoch im Widerspruch zu unseren dünnen Dyneemaschlingen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Selbst viele kleine Stöckchen unter dem Anschlagmittel bei der Wahl können die Rinde schützen und Kräfte besser verteilen.
Wir Baumpfleger sollten also TreePros und Baumschoner sein und diese nutzen!
| Der Autor: Karl Stiegel langjähriger Baumpfleger, begeisterter Slackliner, Highliner und leidenschaftlicher Weltenbummler |
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