Eine Eiche blüht das erste Mal mit Mitte 20, Anfang 30. Für Bäume ist ein solcher Zeitabschnitt keine große Sache. Für uns Menschen ist das fast ein halbes Leben. Genauso lange gibt es die Pfefferer Baumkultur GmbH. 1984 wurde sie von Ulrich Pfefferer und Dave MacIntyre gegründet. Das 14-köpfige Team ist nicht nur bekannt für sein Fachwissen rund um Bäume. Baumkultur ist nicht nur ein Firmenname, es ist die Philosophie des Unternehmens. Das Team lebt diese genauso wie den engen Zusammenhalt untereinander. So kommt es, dass ein großer Umschwung in der Firma ohne spürbare Probleme vonstattenging. Auf dem Chefsessel sitzt mittlerweile nicht mehr Ulrich Pfefferer. Ein ehemaliger Praktikant hat nun die Seile in der Hand.
Aus dem gleichen Holz
„Eine dauerhafte Geschäftsbeziehung basiert auf Freundschaft“, das wusste schon Alfred Montapert, ein amerikanischer Philosoph. Diese Aussage beschreibt auch ziemlich treffend das Verhältnis von Ulrich Pfefferer und Harald Jetter. Letzterer ist seit dem Jahr 2000 Teil der Baumkultur und war ursprünglich einmal Praktikant. Zufällig sei er im Zuge seines Studiums zum Forstwirt und Assessor des Forstdienstes bei der Baumkultur gelandet. Und er ist geblieben.
Heute sitzt der ehemalige Praktikant selbst im Chefsessel. Ulrich Pfefferer, Firmengründer und Veranstalter der Baumkulturtage, hat das Zepter an Jetter am 1. Januar 2016 übergeben. Beide hätten die gleichen Ziele und die gleichen Vorstellungen. „Uns war es vor allem wichtig, dass es einen Wechsel gibt, der nicht auffällt“, erzählt Jetter. Das ist ihnen gelungen. Ganz weg aus der Firma sei Pfefferer aber noch nicht. Der sachte Übergang sei immer noch im Gange. Noch immer vertraut Jetter auf den Rat seines Freundes und Kollegen. „Außerdem ist er mein bester Angestellter“, erzählt der neue Geschäftsführer schmunzelnd.

Teamwork
Sicherheit und Kameradschaft sind zwei der vielen Säulen des Unternehmens. Nur wer sich aufeinander verlassen kann und zusammenhält, arbeitet sicher in schwindelerregender Höhe und meistert knifflige Situationen am Baum. Einer stützt und schützt den anderen. Dabei macht es für das Team keinen Unterschied, ob jemand im Baum oder am Schreibtisch arbeitet.
Margot Engler durfte bereits ein paar Jubiläen miterleben und ist ein wahres Urgestein der Baumkultur. Liebevoll wird sie als „die Perle“ der Baumkultur beschrieben und ist seit 1994 im Team. Wie so viele, die schon seit langem den stabilen Wurzelstock der Firma bilden.

Eine Firma mit Kultur
Bei ihrem Leitbild Baumkultur, gehe es darum, die Interessen von Mensch und Baum in Einklang zu bringen. Auf der menschlichen Ebene bedeute dies einen fairen und gepflegten Umgang mit Kunden und Kollegen. Auf der anderen Seite stehe die Gesunderhaltung und Pflege der Bäume. Für die grünen Riesen wünschen sich die Profis ein gesundes und solides Wachstum. Baum und Mensch stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die Profis betrachten die Pflanze von der Wurzel bis zur Krone, mit all ihren Bewohnern und Nutzern. Von diesem ganzheitlichen Wissen sollen alle Bauminteressierten profitieren. Ihre Begeisterung für Bäume wollen sie auf ihre Kunden übertragen.
Das Herzstück einer Arbeit
Auf diesen Grundsätzen baute Ulrich Pfefferer die Badenweiler Baumkulturtage auf. Jedes Jahr wird hier ein anderer, einzigartiger Baum vorgestellt. Dazu gibt es Vorträge, Führungen, Workshops und Exkursionen. Die Baumkulturtage sind für Pfefferer eine Herzensangelegenheit und werden auch weiterhin von ihm betreut. Sie sollen Naturliebhabern und Fachleuten gleichermaßen neue Impulse geben. Ganz so, wie es auch der Firmenphilosophie der Baumkultur entspricht. Eine Arbeits- und Lebensauffassung, die in allen Generationen der Mitarbeiter tief verwurzelt ist und noch heute die Basis der Arbeit der Baumkultur bildet.
Fotos: Pfefferer Baumkultur GmbH
| Die Autorin: Simone Huss-Weber (E-Mail) (31) Redakteurin Kletterblatt und Baumpflegeportal, Volontariat bei EJS Berlin, ehemals Freie Journalistin, Naturliebhaberin |
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.