Josua Hundertmark, von der gleichnamigen Baumpflegefirma, hatte eine zündende Idee: Getreu dem Motto der berühmten drei Musketiere wollte er einen Zusammenschluss für Baumpfleger schaffen, der ihnen mehr Möglichkeiten und finanzielle Sicherheit schafft. Es geht im Kern darum, größere Aufträge gemeinsam zu stemmen und sich finanziell abzusichern. Dem Kletterblatt stellt er seine Idee von einem großen Baumpflege-Netzwerk vor, das jetzt schon 15 Personen umfasst.
Ideenkiste Landluft
Startschuss für dieses Netzwerk war unser Umzug von der Stadt aufs Land. Wir organisierten ein kleines Firmensommerfest und luden Freunde ein. Gleichzeitig wollten wir unsere Kollegen aus dem näheren Umkreis kennenlernen. Wir suchten im Internet nach Baumpflegern in unserer Umgebung und erhielten fünf Treffer. Kurzfristig luden wir sie zu unserem Fest ein. So kam es, dass sich sechs Unbekannte am Lagerfeuer gegenüberstanden.
Schnell war das Eis gebrochen: Die Leidenschaft für unseren Beruf verband uns sofort. Die Idee einer dauerhaften Zusammenarbeit war geboren – wir wollten ein bisschen mehr für uns alle schaffen.
Was uns verbindet
Jeder von uns Baumpflegern hat sein eigenes Spezialgebiet und ist damit anders ausgestattet. Mancher rückt mit einem Großhacker an, der andere mit der Stubbenfräse und wieder anderen Kollegen geht das Herz bei der Zapfenernte auf. So verschieden wir sind, so gut profitieren wir von dieser Diversität. In unserem Netzwerk sind aktuell 15 Einzelunternehmer vertreJten. Wir ergänzen uns nicht nur im fachlichen Bereich, sondern auch maschinell. Der große Vorteil ist, dass wir komplexe Aufträge gemeinsam annehmen, die keiner von uns alleine abwickeln könnte.
Wie wird’s gemacht
Wir arbeiten in einem großen Team, das zusammengehört. Jeder ist aber trotzdem für sich selbst verantwortlich. Je nach Art der Baustelle planen wir unsere Stärken entsprechend ein. Wir akquirieren Kunden und besichtigen gemeinsam die Baustelle. Einer schickt das Angebot an den Interessenten. Nach Zusage planen wir die Arbeiten, machen einen Termin aus und sprechen uns intern ab. Genau hier kommt unsere Besonderheit ins Spiel: Jeder wird nach seinen entsprechenden Maschinen eingeteilt, das verschafft uns eine gewisse Schlagkraft. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit unserem Netzwerk sehr kurzfristig auf große Anfragen oder spontan eintretende Ereignisse reagieren können. Eine Nachricht oder ein kurzer Anruf reichen und ein ganzes Team steht in kurzer Zeit bereit.
Der Kunde hat trotzdem einen festen Ansprechpartner, der vor Ort die Baustelle koordiniert. Am Ende stellt er auch die Gesamtrechnung für alle Arbeiten.
Das gleiche Stück vom Kuchen
Auch wenn auf der Baustelle einer die Zügel in der Hand hält, sind wir trotzdem alle gleichwertig. Jedes Teammitglied wird nach seinen Stärken und Fachkenntnissen eingeteilt. Der Kletterer ist genauso wichtig wie der Kollege, der an der Fräse steht. Finanziell heißt das, dass alle den gleichen Anteil von einer Baustelle erhalten, egal welche Arbeiten der Einzelne gemacht hat. Das gibt uns allen eine finanzielle Sicherheit und Neid kann nicht entstehen. Arbeiten auf Augenhöhe ist für uns kein lapidarer Satz, wir setzen ihn täglich in die Realität um.

Gemeinsam statt einsam
Von Anfang an haben wir aufkeimende Probleme offen angesprochen. Wir vermeiden so, dass sie sich zu einem handfesten Problem entwickeln. Ehrlichkeit und Gleichheit unter allen Kollegen ist das Wichtigste. So kommt es zu keiner aufgestauten, negativen Stimmung.
Wir arbeiten eng auf Baustellen zusammen. Das funktioniert nur, wenn wir in einer entspannten und freundschaftlichen Atmosphäre tätig sind.
Ein Kollege ist zum Beispiel krankheitsbedingt für einen langen Zeitraum im Frühjahr ausgefallen. Wir haben uns einstimmig dazu entschlossen, seine Baustellen zu übernehmen und ihm seinen Anteil zu geben – auch wenn er nicht aktiv mitmachen konnte. Denn genau das ist unser Credo: Wir lassen uns nicht hängen und schon gar nicht in schweren Zeiten.
| Der Autor: Josua Hundertmark Baumpflege Hundertmark, in den Bäumen seit 2006, selbständig seit 2012, vorher angestellt bei der Firma Astwerk in Hamburg. Seit 2018 freier Mitarbeiter beim Seilhersteller Courant. Markenbotschafter in Deutschland für die Firma Arbortec seit 2017. 36 Jahre, verheiratet, zwei Mädels (2,5 und 5 Jahre). |
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