Bad Ramsach, Schweiz, war ein Glücksfall für unser ArborCamp. Ein idyllischer Ort mit brillanter Aussicht über die Juraausläufe. Die wunderschönen, ausladenden alten Buchen im Camp, waren ein echter Höhepunkt für all unsere Aktivitäten und Aktionen.
In einer Buche war in der Krone ein gemütliches Café eingerichtet worden. Der Monkey-Grip-Baum gehört inzwischen zum Inventar. Eine Seilbahn, die Riesenschaukel und der Abenteuerparcour garantierten gute Laune.
Den Freitag startete Frank Hirtreiter mit seinem Vortrag: „Ein Unfall und seine Folgen – Wenn Unbeteiligte zu Schaden kommen.“ Er machte Verbesserungsvorschläge für den reibungslosen Ablauf eines Arbeitstages in Bezug auf Baumumfeld, Verantwortlichkeit, Arbeitsablauf, Kommunikation und Signalisation. Markus Gysin beschrieb mögliche Formen der Zusammenarbeit verschiedener Firmen bei komplexen Baumarbeiten. Johann Schneider, der Revierförster von Bad Ramsach, erklärte bei einer Führung die Besonderheiten des typischen Jurawaldes. Antje Lichtenauer leitete einen Workshop über Defektsymptome und Auffälligkeiten bei der Baumkontrolle.
Am Samstag begann Roland Engesser, mit einem Vortrag über Pflanzenkrankheiten. Er referierte über den momentan allgegenwärtigen Asiatischen Laubholzbockkäfer, die Edelkastaniengallwespe und über das Eschentriebsterben. Außerdem machte er uns wie jedes Jahr mit den neuen Themen der Wald- und Lawinenforschung Schweiz vertraut. Sebastian Zielis von der ETH Zürich stellte uns die Forschungsarbeiten über die Speicherung von Kohlehydraten in Bäumen vor. Charles Zwahlen und Florim Ajda demonstrierten verschiedene Möglichkeiten von Aufstiegssystemen. Dabei ging es in erster Linie darum, wie man die Sicherheit bei verschiedenen Teamkonstellationen verbessern kann. Beat Philipp, Forstverwaltung Graubünden, erklärte, welche wichtige Rolle der Schutzwald im Bergkanton Graubünden spielt und wie er erhalten werden kann. Pier Hänni, ein Experte im Aufsuchen von Kraftorten, sprach am Abend über die historische Bedeutung des Ortes Bad Ramsach und über die Urkraft der Bäume. Beim abendlichen geselligen Beisammensein am Feuer gaben Markus Näf und Beat Philipp ein Konzert auf der Gitarre und dem Didgeridoo.
Der Sonntag startete mit einem Vortrag von Patrick Hugener über den gesunden Kompost. Überraschungsgast aus Hamburg war Nils Martensen, der Efeu an Bäumen thematisierte. Obwohl ökologisch bedeutsam, könne es auch dem Baum schaden und die Arbeit der Baumpfleger stark erschweren. Nicolas Preiser, Baumpflegespezialist aus Winterthur, stellte seinen Erfahrungsbericht über die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers vor. Anschließend zeigte Simone Meier, wie mit einem ALB-Spürhund der Käfer in Bäumen aufgespürt werden kann. Abschluss war ein Riggingtheater von Florim Ajda und Gregor Hansch. In verschiedenen Szenarien wurden Schwachstellen bei Riggingarbeiten nachgespielt, die hinterher analysiert wurden. Auch 2013 wird es wieder ein Camp geben.
| Der Autor: Gregor Hansch (E-Mail) |

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