Auch nach der erfolgreichen Einführung des Mini-Pollers geht die Evolution der Poller weiter. Die nächste Generation steht kurz vor der Marktreife und an der Übernächsten wird bereits geforscht. Glosse von Dirk Lingens.
Alles begann damit, dass beim Abseilen von Lasten Seile über Äste geführt und um Stämme gewickelt wurden. Es war ein erster Schritt. Die Keimzelle der Pollerevolution. Aus anderen Bereichen kamen Ideen und Inspirationen hinzu, so dass sich nach langer Zeit eine kleine Vielfalt an Pollervarianten ergeben hatte, die im Schatten der Bäume ihr hartes Dasein fristete. Die Visionsabteilung bei Freeworker ließ das jedoch nicht ruhen. Voller Tatendrang sollte das Pollerleben in neue Bahnen gelenkt, den Anforderungen der modernen Zeit angepasst und Visionen für morgen und übermorgen realisiert werden. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Aus der Pollervision wurde eine Pollerrealität: der BIO-POLLER!
Das archaisch anmutende Konzept ist alles andere als ein Rückschritt. Es ist der Wegweiser in die moderne Zeit: Nachhaltigkeit, unschlagbare Materialeigenschaften, nahezu grenzenlose Verfügbarkeit und dazu ein Design, das die Natur uns vorgibt und mit dem Menschen seit zig-Jahrtausenden vertraut sind. Die Visionsabteilung hat es geschafft, dieses Design in eine unglaubliche Symbiose mit der durch den menschlichen Geist kreierten Funktionalität zu bringen.
Der BIO-POLLER:
– Verletzungsfreie Anbringung bis 1000 Kilogramm Nutzlast
– verletzend bis 2000 Kilogramm
– schnelle Montage über die neuen Freeworker-Spanngurte
– ist in nahezu allen Durchmessern lieferbar
– kann sehr leicht selber hergestellt werden (bei jeder Fällung finden sich mindestens fünf neue BIO-POLLER)
– verbraucht keine Energie bei der Herstellung (alle Schnitte und Bohrungen von Hand nach traditioneller Handwerkskunst des Erzgebirges gefertigt)
– bereitet keine Entsorgungsprobleme
– keine Verglasungen des Seiles mehr, da Hitze sofort in Form von Holzasche an die Umwelt
abgegeben wird (= Baumdüngung)
– entspricht der DIN EN 71 in allen Teilen
Der BIO-POLLER wurde für den Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2012 vorgeschlagen. Die schönsten und besten BIO-POLLER sind ab 1. April 2012 bei Freeworker erhältlich.
Doch es geht weiter: Im Jahre 2015 wird in der EU die überarbeitete ISO 26000 verabschiedet. Dann muss eine Energieabgabe für Baustellen geleistet werden. Je höher der Energieverbrauch auf der Baustelle, desto höher die Abgabe. Was liegt da näher als der Versuch energieneutral zu arbeiten. Unsere Baustellen stellen dafür ideale Bedingungen dar – zumindest wenn Bäume gefällt werden.
Jeder Baum speichert Lageenergie, die im Laufe der Fällung ungenutzt zu Boden gebracht wird. Nach der Formel E = m x g x h (E = Energie, m = Masse, g = Erdbeschleunigung, h = Höhe) ergibt sich, dass bei einer durchschnittlichen Fällung genügend Energie freigesetzt wird, um damit (nach Abzug üblicher Verluste) die Fahrt mit dem Baustellenauto hin und zurück bewältigen zu können (20 Kilometer Distanz). Nur: Wie kommt die Lageenergie in die Autobatterie?
Die Visionsabteilung bei Freeworker gründete daher im Sommer 2011 eine Arbeitsgruppe mit der TU Berlin. Zwei Doktoranden der Physik sowie eine große Unterstützergruppe über eine wiki-poller-plattform im Internet forschen. Gespräche mit dem Max-Planck-Institut für Materialforschung laufen. Ziel: die Entwicklung des POLLERATORS! In Anbetracht der laufenden Patentverfahren können leider keine Fotos veröffentlicht werden. Nur soviel sei verraten: Im Inneren einer vergrößerten Ablasstrommel befindet sich ein Generator mit Getriebe. Das Ablassseil wird nun um die Trommel gewickelt und das fallende Holz gibt seine Lageenergie über das Seil in den Generator ab. Zwei Kabel führen über einige elektronische Bauteile direkt in den Akku des strombetriebenen Elektroautos. Träume werden wahr. Das beste an der Geschichte: man kann sein Elektroauto völlig netzunabhängig betreiben: Ist der Akku leer, fährt man rechts ran, fällt einen Baum und weiter geht’s (lieferbar ab 2015).
| Der Autor: Dirk Lingens Leiter der Visionsabteilung bei Freeworker Selbständiger Baumpfleger, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, Autor des Buches Baumknoten |
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.