Eigenentwicklung oder schon einmal dagewesen? 2008 stellte Heinz Prohaska im Kletterblatt einen Knoten vor, der unter Last deblockierbar ist. Seit dieser Veröffentlichung der Rücklaufsperre für Flaschenzüge ist Heinz Prohaska regelmäßig Autor im Kletterblatt. Er zeigte originelle Anwendungsmöglichkeiten bekannter Knoten oder stellte ganz neue Knotenkreationen vor, so z. B. seinen Prohaska-Palstek, eine Palstek-Variante, die den Knoten auch bei Querbelastung sicher macht (Kletterblatt 2011).
Nach der Publikation des Artikels Der Prohaska-Palstek im Kletterblatt 2011 meldeten sich Stimmen aus England zu Wort, die darauf verwiesen, dass dieser Knoten bereits 1928 von Wright und Magowan im Alpine Journal, der Zeitschrift des englischen Alpine Clubs, veröffentlicht worden ist. Der Prohaska-Palstek ist tatsächlich vom Seilverlauf (Knotenbild) her identisch mit diesem Knoten. Trotzdem gilt der Prohaska-Palstek zu Recht als eigenständiger Knoten. Nicht etwa deshalb, weil Heinz Prohaska diesen Knoten vorher gar nicht kannte und seinen Knoten unabhängig davon entwickelt hat, wie er uns versicherte, sondern weil die unterschiedliche Benennung der Knoten daraus resultiert, wie sie gelegt und verwendet werden und nicht wie das Knotenbild aussieht. Darauf wird schon im Standard-Werk „Das Ashley-Buch der Knoten“ hingewiesen. Dort heißt es: „Der Schotstek und der Weberknoten sind im Endergebnis identisch, aber sie werden nach verschiedenen Methoden gebunden und unterscheiden sich auch im Material. Ersterer wird in Tauwerk gebunden, letzterer in Zwirn oder Garn. Ein unterschiedlicher Weg beim Binden oder Anwenden einer Form bedeutet grundsätzlich einen zweiten Knoten.“

Beim Englischen Knoten handelt es sich um einen Knoten, bei dem ein Seilstück in der Mitte eines anderen Seiles befestigt wird (s. Abb. 1), beim Prohaska-Palstek (s. Abb. 2) hingegen um eine Schlaufe. Das alleine rechtfertigt schon den eigenen Namen. 
Prohaska geht außerdem davon aus, dass die Autoren Wright und Magowan nicht die Möglichkeit gesehen haben, mit ihrem Knoten eine Schlaufe zu sichern. Sie hätten sonst nicht in der gleichen Ausgabe als Sicherung für eine Schlaufe eine umständlichere Palstek-Sicherung vorgeschlagen, so sein Argument (s. Abb. 3).
Bleibt am Ende die Frage: Wer hat´s erfunden? Bei Ricola ist es jedem klar. Allerdings ist Heinz Prohaska kein Schweizer und der Knoten kein Bonbon. Aber nach diesen Ausführungen darf Prohaska zumindest als Erfinder des Knotens gelten, auch wenn das Knotenbild schon bekannt war.
| Wichtiger Hinweis | Dieser Artikel sollte einige Zweifel ausräumen, die durch den Artikel Der Prohaska-Palstek (Kletterblatt 2011) aufgekommen sind. Leider ist uns ein Fehler in der Argumentation unterlaufen. Eine Richtigstellung von Stefan Bilharz finden Sie hier. |
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