Die Sicherungsschlinge

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Eine Anmerkung: Im Kletterblatt 2008 haben wir einen Artikel zur Sicherungsschlinge veröffentlicht. Nils Kabelmann hat zur dort beschriebenen Gummifixierung eine Kritik angemerkt, die wir, zusammen mit der Antwort des Autors, Dirk Lingens, hier veröffentlichen.

Lieber Dirk Lingens,
Sicherungsschlinge Gummifixierungich lese mit Begeisterung Deine Artikel, z.B. im Kletterblatt. Die sind ja geballtes Wissen. Im Artikel „Sicherungsschlinge“ empfiehlst Du allerdings ein Detail, welches mich beunruhigt. Es geht um die Beschreibung der Gummifixierung der Schlinge am Karabiner. Durch so eine Gummifixierung sind im Bergsport schon mehrere schwere Unfälle passiert. Die Gefahr ist, dass sich beim Öffnen / Ein- oder Ausklinken des Karabiners ein Strang der Schlinge (im Bergsport der vergleichbaren Standschlinge) durch die Öffnung mogelt, mit der fatalen Folge, dass der Karabiner nur noch mit dem Gummi am Karabiner fest ist. Das bemerkt man offensichtlich nicht immer.Ich bin deswegen so beunruhigt, weil meinem Kletterkollegen beim Eisklettern genau das passiert ist. Ein komplizierter Handgelenksbruch, ein Schlüsselbeinbruch und Prellungen einer ganzen Körperseite waren die Folgen. Er wusste um die Gefahr. Noch im Einstieg der Route haben wir darüber geredet! Man stelle sich vor, ein Kletterer kennt die Problematik nicht, ist im Stress und kämpft mit dichtem Astwerk. Dann ist die Gefahr noch höher.

Würde mich interessieren, wie Du darüber denkst.
Nils Kabelmann

 

Hallo Nils,
vielen Dank für Deine Mail. Das Problem mit der Gummifixierung ist mir bewusst. Zu Anfang meiner Laufbahn hatte ich mal eine kurze Zeit Rundschlingen mit Kabelbinder im Karabiner fixiert. Das war sehr gefährlich, da das Seil sehr gespreizt ist und ein Aushängen sehr gut möglich. Das von mir verwendete Gummi ist der „String“ von Petzl. Es führt das Seil auch noch ein paar cm oberhalb des Karabiners immer noch schön parallel, so dass ein Aushaken unwahrscheinlicher wird. Zudem geschieht der Einbau am Boden unter kontrollierten Bedingungen. Aber Du hast natürlich Recht: die Gefahr besteht weiterhin!! Das Einhängen mit Mastwurf / Ankerstich ist da bestimmt die sicherere Variante. Bei Schlingen, die nicht nur kurz eingesetzt werden, sondern immer unverändert bleiben (wie die Sicherungsschlinge), lockert sich der Mastwurf schon mal (der Karabiner wird nicht mehr so schön fixiert) und muss dann immer mal nachgezogen werden. Außerdem ist es nicht mehr so schön schlank.

Was kann man tun? Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Die beiden Stränge der Sicherungsschlinge werden zwischen Gummi und Überhandverkürzung miteinander von Hand – die muss ja keine Last aufnehmen – vernäht oder in dichten Abständen mit kurzen, einfachen Laschings (Kapitel 8.4 im Buch Baumknoten) zusammen gehalten.
2. Man zieht ein Stück Schlauchband über das Stück zwischen Gummi und Überhandverkürzung.

Ich danke Dir für den wichtigen Hinweis.
Dirk Lingens

 
Online blättern im Kletterblatt 2009: "Die Sicherungsschlinge" Nach oben
 

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