Vision 2020: Seit „Star Wars“ träumt jeder vom Laserschwert: Der Yedi-Baumpfleger schwingt von Ast zu Ast und nach kurzem „dsdsdsdsssss“ fallen Zweigen zu Boden und werden ganze Stämme zertrennt, souverän, stilvoll – und mit ihm die Kraft …
Das ist Science Fiction und wird es bleiben. Doch die Wirklichkeit geht manchmal über den Traum hinaus: Die JenOptik AG, Jena, hat in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik, Halle/Saale, ein neues Gerät entwickelt: den Hochfrequenz-Trenner®. Luke Skywalkers Laserschwert gleicht daneben einem Vorschlaghammer.
Die Geschichte:
Anfang der 50er Jahre forschten russische Ingenieure in DDR-Militärlaboren mit Hochfrequenzsendern. Ziel war es, deren Energie zu bündeln und über große Distanzen – in „Feindesland“ – zu schicken. Dort sollten sie dann punktgenau und vor allem materialspezifisch ihre zerstörerische Kraft entfalten. Weiter als über die Grundlagenforschung und einige technische Apparaturen ging das Projekt aber nicht hinaus. 1964 wurden die Arbeiten eingestellt. Im Zuge der Wende, der Öffnung diverser Archive und einiger nicht ganz geklärter Umstände gelangten diese Forschungsergebnisse nebst Plänen zur JenOptik AG. Dort roch man Morgenluft, hatte man doch mit der Bündelung des Lichtes schon Erfolge gefeiert. Warum sollten nicht auch andere Wellen gebündelt werden können – für friedliche Zwecke? Zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik wurden 1995 mit EU-Fördergeldern die Forschungen wieder aufgenommen. Seit Dezember 2006 ist die erste Kleinserie für ausgedehnte Praxistests auf dem Markt.
Die Technik:
So wie die Mikrowellen ausschließlich die Wassermolekühle zum Schwingen bringen und so die Speisen erwärmen, so kann Strahlung mit bestimmter Frequenz die Bindungselektronen ganz spezifischer chemischer Verbindungen zur Resonanzschwingung anregen. Und dies soweit, dass die Bindung zerbricht! Die erste Schwierigkeit bestand nun darin, die Frequenzen zu spezialisieren und so rein zu machen, dass sie z.B. ausschließlich die Kohlenstoff-Kohlenstoffverbindung der Zellulose, nicht aber die Kohlenstoff-Kohlenstoffverbindung eines Eiweißes oder eines Kunststoffes. Im zweiten Schritt musste diese Strahlung gebündelt und händelbar gemacht werden. Dies ist nun gelungen! Der Hochfrequenz-Trenner® ist mit den Ausmaßen einer großen MAGLITE und knapp 800 g ein Leichtgewicht am Gurt. Neben viermal 9V Blockbatterien schlagen zwei Herzen in seinem Innern: Zum einen der Hochfrequenzsender und zum anderen die Optik. Außen am Gerät befinden sich nur zwei Schalter, die nicht unbeabsichtigt betätigt werden können: Der Distanz-Wähler regelt die Leistung des Gerätes. Hierüber lässt sich die Länge der Strecke bestimmen, über die der Strahl trennend auf die Zellulosemoleküle wirkt. Die Skala reicht von 1-250 (Angaben in Zentimeter). Somit lässt sich ein Ast abtrennen, ohne einen dahinter liegenden Ast zu beschädigen. Der zweite Schalter ist der Auslöser. Zur Freude aller Baumpfleger lässt sich dieses Gerät – ganz offiziell – mit einer Hand bedienen. Der Hochfrequenz-Trenner® kann sehr schnell geführt werden und die Trennung des Holzes erfolgt schlagartig – ohne das Gebrutzel von Lukes Schwert.
Gefahren:
Laut Hersteller bestehen für den Menschen keine Gefahren, außer dem falschen Gebrauch (z.B. geräuschloser und schneller Einsatz in Nachbars Garten). Im Selbstversuch führte ein wiederholtes Durchstrahlen des Unterarmes lediglich zu einem leichten Kribbeln. Vorsicht ist allerdings bei Holzbeinen geboten!
Wann, wo, wie teuer?
Der Einführungspreis wird bei ca. 2500,- liegen. Ein Preis der sich rechnet, da die Motorsägenflotte versenkt werden kann. Die Abgabe des Gerätes erfolgt nur an lizenzierte Personen. Zu haben ist der Hochfrequenz-Trenner® ab April 2067 bei Freeworker.
| Der Autor: Dirk Lingens selbständiger Baumpfleger mit SKT und Ausbilder SKT, tätig auch im Industriebereich – Seilzugangstechnik Weitere Informationen |
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