… und es lohnt sich doch!

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Klettereinsatz in Kleinbäumen: 20 Spitzahorne. Ein ganz gewöhnlicher Auftrag, nichts Besonderes, aber doch noch nicht alltäglich. Was verwunderlich ist. Denn einerseits klagen die Kommunen über ihre knappen Finanzen, andererseits rückt bei vielen Pflegeschnitten – ob sie es im Ergebnis immer sind, bleibt dahingestellt – ein großer Trupp mit großer Technik an. Wieso eigentlich?

Das kann mehrere Gründe haben. Entweder kennt man an verantwortlicher Stelle die Seilklettertechnik noch immer nicht oder man hat dort gerade keinen Zugriff auf das Baumpflegeportal und ein Ansprechpartner vor Ort ist nicht bekannt. Außerdem sind viele, die öffentliche Bäume schneiden müssen, schlicht und einfach überfordert und fahren deshalb gerne auf großer Höhe um den Baum herum. Den Platanen-Kopf-Schnitt kennt man ja und dann wird bei anderen Bäumen irgendwie so ein Kompromiss gewählt. Vielleicht ist einfach nur der Kirchturm schuld. Anscheinend kommen viele erst dann auf die Idee, Klettertechnik einzusetzen, wenn der Baum annähernd die Höhe des örtlichen Kirchturms erreicht.

Doch gerade auch bei Kleinbäumen kann der Einsatz mit der Seilklettertechnik die kostengünstigere und schnellere Variante sein. Diese Aufträge sind selbst für kleine Firmen interessant, da bei kommunalen Baumpflegemaßnahmen oftmals technisches Gerät oder Personal (Verkehrssicherung, Abtransport etc.) eingeplant werden kann. Selbstverständlich muss dies im Angebotspreis entsprechend berücksichtigt werden. Denn auch bei Kommunen sind die Mitarbeiter nicht einfach sowieso da.

Ein Beispiel für effiziente Zusammenarbeit von privater Baumpflege mit kommunalen Mitarbeitern ist eine Pflegemaßnahme, welche die Firma Pfefferer aus Müllheim durchgeführt hat. In einer Gemeinde waren 20 Spitzahorne (Acer platanoides) zu schneiden. Diese Bäume hatten ein Alter von 17 Jahren, waren bis zu zehn Meter hoch und bis dato einmal geschnitten worden. Leider war bei jenem Schnitt auch gekappt worden, mit all den bekannten negativen Folgen. Ausgeschrieben war ein Schnitt auf Lichtraumprofil, Kronenpflege und die Entfernung des Totholzes entlang der gekappten Stammköpfe. Gewöhnlich werden solche Einsätze mit erheblichem technischem Geräteaufwand durchgeführt – Straßensperrungen, Hubarbeitsbühneneinsatz etc. – mit der entsprechenden Verkehrsbehinderung. Wie hier, wo die Bäume entlang einer von zahlreichen Schulbussen frequentierten Straße stehen.

Der örtliche Bauhofleiter entschied sich für einen anderen Weg und ließ die Pflegemaßnahme von einer Fachfirma in Seilklettertechnik durchführen. Die Firma stellte zwei Mitarbeiter, der Bauhof übernahm die Verkehrssicherung und die sofortige Abfuhr des Schnittholzes. Für jeden Aufstieg wurden ca. drei Minuten benötigt. Da die Ankerpunkte überall sehr gut einzurichten waren und während des Schnittes nicht gewechselt werden mussten, konnte die Pflegemaßnahme zügig durchgezogen werden. Wenig Verkehrsbehinderung, günstige Pflegekosten und ein kompetenter Schnitt. Letzteres muss betont werden. Mehr als bei anderen Methoden verlangt das zügige Arbeiten im Baum eine große Pflegekompetenz. Wer im Baum das Handbuch benötigt oder sich nach dem großen Überblick aus dem Korb sehnt, der bleibt am besten unten. Wer jedoch Klettern und Pflegen beherrscht, bietet, auch bei kleineren Bäumen, eine unschlagbar günstige Alternative. Zum Nutzen der Bäume, der Auftraggeber und, was ja auch nicht schlecht ist, zum eigenen Verdienst.

Informationen von Michael Kopp, Mitarbeiter der Fa. BAUMkultur Pfefferer

Online blättern im Kletterblatt 2007: "... und es lohnt sich doch!" Nach oben
 

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