Kein Versagen bei Querbelastung. Neues vom Palstek: Heinz Prohaska stellt eine Variante vor, die den Palstek auch bei Querbelastung sicher macht.
In der Seefahrt und mit Naturfaserseilen hatte sich der Palstek bewährt. Im Alpinismus war er nach der Einführung der Kunstfaserseile zu einer Unfallursache geworden.
Die Probleme des Palsteks (Abb. 1), der bei Bergsteigern Bulinknoten heißt, waren vor allem die Schwierigkeit, ihn dauerhaft festzuziehen und sein Versagen bei Querbelastung (Abb. 2). Das Auge zu verdoppeln (Abb. 3), eine unter französischen Bergsteigern gebräuchliche Knotenvariante, war nicht genug. Ich habe deshalb die Bucht verdoppelt. Unter den zahlreichen denkbaren Ausführungsformen musste jene ermittelt werden, die sich am besten als Anseilknoten eignet. Das ist der in Abbildung 4 dargestellte Knoten. Für ihn wurde die Bezeichnung Prohaska-Palstek eingeführt. Nur für ihn, nicht für seine Varianten.

Der Prohaska-Palstek lässt sich in Seilen üblicher Knotbarkeit dauerhaft festziehen. Damit er bei Querbelastung hält, ist das Seilende zuletzt an jener Stelle durch den Knoten gesteckt, wo es bei Querbelastung eingeklemmt wird. Der Knoten ist fester als der klassische Palstek und so wie dieser auch nach starker Belastung sehr leicht lösbar. Er ist leichter und schneller herstellbar, einfacher und weniger materialaufwändig als der doppelte Palstek.
Der Knoten wurde zwar primär für den Alpinismus entwickelt, hat sich aber auch bei Baumpflegearbeiten, Abtragungen und Fällungen als sehr nützlich erwiesen.
| Knoten-Kryptologie: Anmerkungen von Heinz Prohaska zum Raulien-Knoten |
| Heinz Prohaska ist seit vielen Jahren mit interessanten und neuen Knoten im Kletterblatt präsent. Zum Artikel Raulien-Knoten im Kletterblatt 2010, hat er eine kritische Anmerkung: „ Der „Whatnot“ ist ein noch schlechterer Verbindungsknoten als der Altweiberknoten. Er lässt sich mühelos zu den Seilenden rollen. Der „Raulien-Knoten“ ist ein doppelter „Whatnot“ mit ähnlichen Eigenschaften. Ich habe ihn schon vor mehr als 35 Jahren getestet. Er ist also keineswegs neu. Gute Verbindungen halten auch dann verlässlich, wenn sie aus dem lockeren Zustand heraus belastet werden. Andere führen zu Unfällen, denn bei den heutigen vielfach sehr glatten und steifen Seilen kann es sehr leicht geschehen, dass ein Knoten locker wird.“ Für Heinz Prohaska ist dieser Knoten deshalb eher ein Zierknoten. |
| Der Autor: Heinz Prohaska Techniker, Bergsteiger, Arborist und Knotologe |
| Weitere Artikel zu diesem Knoten |
| Der Prohaska-Palstek Teil 2 (Kletterblatt 2012) Korrektur zum Artikel im Kletterblatt 2012 „Der Prohaska-Palstek Teil 2“ von Stefan Bilharz |
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