Himmelsstürmer treffen – Ein Kultur- und Umweltprojekt für Jugendliche

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Wie können Jugendliche für die Bedeutung der Bäume für unser Leben und Erleben begeistert werden? Das Projekt Baumbotschafter NAJU Hildesheimer Land möchte Jugendliche für die Bedeutung der Bäume und für aktiven Umweltund Naturschutz begeistern. Dazu gehört das Baumklettern mittels Seilklettertechnik. Das Projekt „Himmelsstürmer“ ist Teil dieses Projektes. Ein einwöchiges Baumkletterprojekt von „baumwege“ in Kooperation mit der Erlebnisakademie Kulturherberge e.V., der Jugendpflege Rhein/Nahe und der NAJU Hildesheimer Land. Dirk F. Becker zeigt die „Himmelsstürmer“ in Aktion.

Himmelsstürmer treffen - Ein Kultur- und Umweltprojekt für Jugendliche14. Oktober 2016 Und Action: Moritz (15 J.) schnallt sich seinen üppig ausgestatteten Kolibri-Gürtel um die Hüften, dann noch die neue Rettungsbanane von Freeworker darüber und kämpft sich jetzt den kleinen Hügel hoch. Vorbei an 15 Kindern, die alle gleichzeitig versuchen, per SKT hoch in den Wipfel der Eiche zu stürmen. Ihr Ziel: Schnellstmöglich in den Wipfel zu Hans Hansen klettern, um dem windigen Hamburger Kapitän ihre in dieser Woche mit Geschichten vollgeschriebenen Gruppenlogbücher zu überreichen.

Sie müssen sich beeilen, denn Hans hat mal wieder etwas Ärger, diesmal mit dem Teufel, und ist daher kurz angebunden. Erst am frühen Morgen hatte dieser ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als die Baumbotschafter-Nachwuchsteamer (Helge, Theo, Maxim, Dennis und Moritz) ihr zwanzigstes Seil in die größte Eiche des Waldes gebaut hatten, entdeckten sie erst das verlassene Nest einer Eichenprozessionsspinnerversammlung. Und das zwei Stunden vor dem Finale und Abschluss des jährlich stattfindenden Himmelsstürmer-Kletterprojekts von Baumwege. Jetzt, drei Stunden später, zieht Hans sein Akkordeon in den „zweitgrößten“ Baum des Binger Walds hinauf und spielt vor allem zu seiner eigenen Belustigung den nach seiner Meinung bedeutendsten und epochalsten Schlager der Kulturhochburgen Mainz-Bingen-Köln „Einmal am Rhein“.

Derweil zieht Moritz an den Himmelsstürmern vorbei. Noch 10 Meter bis zu Helge (15 J.). Mittlerweile erklingt aus dem Akkordeon das Lied „Hänschen klein …“. Einige Kinder lächeln, brauchen aber ihre Puste zum Klettern. Eine Himmelsstürmerin setzt sich auf einen Ast und singt eine Strophe: „… Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr, wünsch dir Glück sagt ihr Blick, kehr nur bald zurück.“ Moritz ist angekommen, verschnauft kurz und schwingt sich zu Helge, der drei Meter weiter in einer anderen Astgabel sitzt.

Moritz: „So! kurzgesichert! Puuuh, wie lang hab ich gebraucht?“

Helge: „15 Minuten. Das wird knapp!“

Moritz: „O.k., sag mir, wenn wir bei 20 sind. Ich leg jetzt los.“

Helge: „O.k., aber keinen Stress, das ist nur eine Übung. Ich will nachher auch noch in der Lage sein, die Banane auszuprobieren.“

Moritz: „Schon klar, wir machen‘s mit Gegencheck.“

Rettungsseil in sicheren Ankerpunkt gebracht – Check
Umlenkung über zweiten Ankerpunkt, Karabinerverschluss zeigt vom Stamm weg – Check
Rig richtig eingebaut, Test, O.k. – Check
Expressschlinge an den Gürteln angebracht – Check
Oberkörper stabilisiert mit Bandschlinge – Schrauber in D-Ring geführt, zugeschraubt – Check
Übernahme – Check
Helge System außer Kraft gesetzt – Check

Mittlerweile haben alle Kinder Hans ihre Logbücher übergeben. Der verabschiedet sich beim Runterrauschen, lässt noch seinem „Eineiigen Zwillingsbruder“ schöne Grüße ausrichten und verrät die Stelle, an der dieser seine Brille wieder finden wird. Kurz darauf ist er um das Tipi der Norddeutschen Baumindianer verschwunden. 10 Minuten später taucht Dirk auf, der Projektleiter in dieser Woche.

Himmelsstürmer treffen - Ein Kultur- und Umweltprojekt für Jugendliche„Der Hans war da“ ruft ein Kind aus dem Wipfel „und er weiß, wo deine Brille ist.“

„Ja“, ruft ein weiteres auf dem Waldklo „und deine neue Kletterausrüstung hat er auch benutzt.“

Ein drittes Kind: „Und du bist doch der Hans, ich hab dich gesehen …!“

Dirk: „Na warte, wenn ich den erwische!“

„Der ist schon wieder über alle Berge“, steckt ihm Nico, der Co-Leiter des Projekts.

Dirk: „O.k., Himmelsstürmer, es wird Zeit. Zum Abschluss dieser Woche lädt euch der unsichtbare große weise Clown ein, in sein Tipi zu kommen, aber vorher müsst ihr alle die Wurst der Weisheit drücken, damit er auch hört, dass ihr bereit seid.“

Während die Himmelsstürmer sich die Wurst der Weisheit weiterreichen, einen alten, sehr alten Gummi-Hotdog, und sie zum Quietschen bringen, quält Moritz sich mit Helge zwischen seinen Beinen ab.

Dirk: „Wie lange bisher?“

Helge: „Über 30 Minuten!“

Moritz: „Dieses blöde Seil grangelt sich dauernd und blockiert das Rig.“

Dirk: „Waum macht dieses blöde Seil das?“

Helge: „Wahrscheinlich hätten wir es vorher einmal komplett auspacken und dann wieder reinstopfen sollen.“

Moritz: „Oder ich hätte die Banane wie die Profis bei den Meisterschaften in Oschatz einfach runterwerfen sollen.“

Helge: „O.k., wenn die Kinder weg sind, probieren wir‘s nochmal aus.“

Das Projekt „Himmelsstürmer“ wurde von Dirk F. Becker und Nico Schmackeit (Bäckermeister, Baumpfleger SKT-B, angehender Erlebnispädagoge) geleitet.

Weitere Infos beim Baumbotschafter

Der Autor: Dirk F. Becker (baumwege.de)
Philosoph. Theaterpädagoge. Baumpfleger SKT.-B

 
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