Rigging-Ringe können mehr

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Ein Plus beim Einsatz im Klemmknotensystem: Rigging-Ringe können viel. Aber sie können noch mehr. Der Rigging-Ring kann auch als Schutz auf der zentralen Gurtbrücke eingesetzt werden, wodurch auch ein Klemmknotensystem entsteht, das schlank, kurz und sehr flexibel ist. Eine Idee und ein Bericht von Manuel Schuster.

Rigging-Ringe finden in vielen Bereichen Anwendung. Vor allem im Rigging-System können diese Kausche gut als Seilschoner verwendet werden. Sie sorgt dafür, dass man einen größeren Umlenkradius beim Anschlagen von Rollen mit Augschlingen erhält. Die Rigging-Ringe können auch zum Abseilen von leichten Lasten verwendet werden. Dazu werden die Ringe in ein Stück Seil eingespleißt, so dass eine Art Kambiumschoner entsteht. So kann man den Rigging-Ankerpunkt auch vom Boden aus abziehen. Das spart einen Weg nach oben.

Rigging-Ringe schützen nicht nur die Riggingseile an sich, sondern auch die Seile insgesamt für die PSA. Eine schöne Anwendung ist das Abwürgen des Aufstiegsseils. Der Rigging-Ring wird dazu in den Würgeknoten eingebunden. Das hat den Vorteil, dass der Umlenkradius im Würgeknoten nicht so klein ist und die Reibung von Seil auf Seil vermieden wird.

Aber das ist noch nicht alles. Auf der Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten für die Rigging-Ringe hatte ich die Idee, dass die Kauschen auch gut als Schutz auf der zentralen Gurtbrücke funktionieren könnten. Dies ermöglicht einen sehr tiefen Anschlagpunkt am Gurt. Um dann ein Klettersystem aufbauen zu können, habe ich eine Pinto mit den Schenkeln in eine Rundschlinge gespleißt. Diese Rundschlinge kann auch gut geknotet werden. Die Rundschlinge wird dann durch den Rigging-Ring, der auf der Brücke läuft, gesteckt und mit einem Karabiner hintersichert. In den Karabiner hänge ich dann den Spleiß ein, also die laufende Seite von meinem Klettersystem.

Durch den Steg von der Pinto wird anschließend ein Klemmknoten auf das Seil gebunden. So entsteht ein Klettersystem. Damit der Rigging-Ring beim Klettern nicht aus der Brücke rutschen kann, wird ein großer Ankerring von DMM oder ISC auf die Brücke gelegt und eine Bucht aus der Brücke durch diesen gesteckt. Der Rigging-Ring wird zwischen Bucht und Ring eingehängt. (Diese Idee habe ich von Fabian Weber übernommen.) Das verhindert auch, dass der Rigging-Ring eventuell verloren geht, wenn das System ausgehängt wird. Das Klemmknotensystem, das dabei entsteht, ist sehr schlank, kurz und flexibel. Durch den Rigging-Ring hat es den Vorteil, dass nur ein kleiner Abstand zwischen stehendem und laufendem Seil existiert, so dass das Seilauge vom Kletterseil nicht durch den laufenden Strang verletzt werden kann.

Der Autor: Manuel Schuster (E-Mail)
B.Sc. Arboristik, Ausbilder der Münchner Baumkletterschule, zertifiziert: RAL Gütezeichen Baumpflege

 

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