Die Münchner Baumkletterschule mit einem SKT-A-Kurs der Hamburger Berufsfeuerwehr: Die Sondereinsatzgruppe Höhenrettung der Hamburger Berufsfeuerwehr hat mit fünf Berufsfeuerwehrmännern einen SKT-A-Lehrgang absolviert. Natürlich ist für die professionellen Höhenretter Klettern nichts Unbekanntes, doch auch für sie gab es viel Neues in der Welt der Baumkletterer. Wilko Westphal berichtet.
Wozu braucht die Feuerwehr kletternde Baumpfleger, fragt sich vielleicht mancher. Auch für uns ist es interessant zu wissen, wie ein Baumkletterer arbeitet, welche Materialien und Gerätschaften er benutzt. Wir wollten wissen, welche Aufstiegstechniken beim Baumklettern verwendet werden oder wie im Außenastbereich gearbeitet werden kann und in welchen Rettungstechniken der Baumkletterer ausgebildet wird. Natürlich alles unter der Frage: Was können wir für unsere Arbeit davon übernehmen?
Für den theoretischen Teil nutzten wir den Unterrichtsraum der Feuer- und Rettungswache Altona, wo auch die SEG-Höhenrettung stationiert ist. Der praktische Teil wurde im Hamburger Volkspark nahe der IMTECH-ARENA – im Volksmund immer noch Volksparkstadion – auf der großen Wiese an herrlich gewachsenen Eichen durchgeführt. Unser Ausbilder Robert Wolff hatte diesen Lehrgang auf unsere Anforderungen zugeschnitten, ohne dabei auf die vorgeschriebenen Lehrinhalte SKT-A zu verzichten.
Als langjährige Höhenretter waren uns Knoten- und Materialkunde, sowie die PSA nicht unbekannt, aber wir mussten bald unsere Grundthese des immer redundanten Systems über Bord werfen. Ein ganz anderes Sicherheitskonzept unterscheidet die beiden Seilklettertechniken, wobei man ihre Ansätze nicht vermischen darf. Auch die Unbekannte „Baum als Festpunkt“ war für uns neu. Da wir alle nicht aus einem “grünen Beruf“ kommen und die Bäume nicht nach DIN genormt sind, war es für uns eine ziemliche Umstellung.
Ich habe mich die ersten Tage so statisch bewegt, als ob ich, wie gewohnt, auf einen Fernsehturm klettern würde. Ein Baum ist jedoch eine ganz „neue Welt“ und wirklich nicht mit einem Gittermast oder Hochhaus zu vergleichen. Aber es ist Gewöhnung, und nach einiger Zeit nutzten und schätzten wir die Bewegungsfreiheit, die der Baumklettergurt gegenüber dem Industriegurt bietet. Besonders eindrucksvoll und für uns wohl in bleibender Erinnerung war der Selbstversuch ein unter Last stehendes Kletterseil mit einer Baumpflegersäge durchzutrennen. Wenige Zentimeter Schnittweg und wir saßen auf den Hosenboden!
Unser Ausbilder Robert Wolff hat uns die vier Tage hervorragend auf die Prüfung am Freitag vorbereitet, so dass er uns allen am Freitagnachmittag das SKT-A-Kurs-Zertifikat überreichen konnte. Diese Fortbildung hat uns Höhenrettern nicht nur einen „Blick über den Tellerrand“ gewährt, sondern wir haben „ neue Welten“ entdeckt, die uns später nützen können. Es wird nicht der Baumkletterer sein – wie wir gelernt haben, ist die Kollegenrettung einstudiert – sondern der private Kleingärtner ohne Kletterkenntnisse, der Geocacher hoch im Baum, der Segelflieger in der 20 Meter Fichte, der Fallschirmspringer in der Tannenschonung, der in einer Drachensehne verfangene Greifvogel in einer Buchenallee oder das Kind, das sich überschätzt hat, zu dem die Höhenrettung gerufen wird. Nach dieser Fortbildung kann die Feuerwehr Hamburg in diesen Fällen noch effizienter Hilfe leisten. Wir werden versuchen, im Rahmen der Fortbildung noch mehr Höhenretter den SKT-A Kursus besuchen zu lassen.
Die Münchner Baumkletterschule hat uns hervorragend betreut und auch die kurzfristige Materialanmietung bei der Firma Freeworker hat reibungslos funktioniert. Herzlichen Dank dafür! Robert Wolff hat uns Feuerwehrbeamte eine Woche geduldig ertragen und mit viel Fachkenntnis eine eindrucksvolle Fortbildung vermittelt. Dazu kam noch ein traumhaftes sonniges Wetter, was für Norddeutschland im Oktober nicht typisch ist.
| Information |
| SEG-Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Hamburg – Stationiert an der Feuer-Rettungswache Altona, Mörkenstraße 36, 22767 Hamburg – 3-5 Höhenretter im Dienst – Ingesamt 39 Höhenretter oder Höhenretterausbilder – Alle Höhenretter sind Rettungsassistenten – Alarmierung durch die Feuerwehreinsatzzentrale Hamburg (NOTRUF 112) – Die SEG-H wird zusätzlich zum zuständigen Löschzug bei Lagen in Höhen und Tiefen alarmiert |
| Der Autor: Wilko Westphal (E-Mail) Höhenrettung Feuerwehr Hamburg |
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