Rücklaufsperre für Flaschenzüge. Alltag in der Baumpflege: Ein Ast muss mit einem Flaschenzug abgeseilt werden. Wie lässt sich hier die Rücklaufsperre im belasteten Zustand lösen? Heinz Prohaska stellt einen Knoten vor, der unter Last deblockierbar ist.
Rücklaufsperren für alpine Flaschenzüge haben in der Regel die Eigenschaft, selbsttätig verschiebbar zu sein und selbsttätig zu blockieren. In manchen Fällen wird verlangt, dass sie sich im belasteten Zustand deblockieren lassen. Bei seilunterstützten Arbeiten kann das zu wenig sein, denn sie müssen sich auch im belasteten Zustand lösen lassen.


Ein Beispiel: Äste sollen abgeseilt, aber vor dem Abseilen angehoben werden. Weil sie schwer sind, muss der Bodenmann einen Flaschenzug benutzen. Ist der Bodenmann allein, ist die Verwendung einer Rücklaufsperre angebracht, weil er sowohl den Flaschenzug als auch das Bremsgerät bedienen muss. Nach jedem Ast muss der Flaschenzug aber wieder langgezogen werden, und in dieser Phase darf die Rücklaufsperre nicht blockieren. In Abb. 1 ist dargestellt, wie sich das Problem sehr einfach lösen lässt. Als Klemmknoten wird der Blake verwendet, Bergsteigern auch unter dem Namen „Pro” bekannt. Das zweite Schlingenende ist hinter dem ersten durch den Blake gesteckt. Ist dieses zweite Schlingenende schlaff (Abb. 1), kann er unter Belastung klemmen. Ist es gespannt und der Knoten eventuell eine Spur gelockert, klemmt er nicht (Abb. 2). So kann man schnell und mühelos von einem Betriebszustand in den anderen wechseln. Der Knoten ist unter Last deblockierbar. Schlingenmaterial und Windungszahl müssen – wie bei Klemmknoten üblich – zum Seil passend ausgewählt werden.
| Der Autor: Heinz Prohaska Techniker, Bergsteiger, Arborist und Knotologe |
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