Baum trifft Mensch

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Die Ausstellung „Baum trifft Mensch“ entspringt dem Wunsch, unser erworbenes Baumwissen zu verbreiten. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig viele Menschen über Bäume wissen. Auch die, denen die Bäume eigentlich am Herzen liegen. Aber beim Umgang mit Bäumen sind nicht nur die Herzen wichtig, sondern auch die Hände, die an die Bäume gelegt werden.

Da vieles über die Bäume nicht – oder nicht mehr? – bekannt ist, werden häufig schon bei der Auswahl des Baumes viele Fehler gemacht. Dies setzt sich dann fort über die Pflanzung bis hin zur Pflege. Die Folgen sind Arbeit, Ärger und Gefahr.

Um solche Fehler zu vermeiden, soll die Ausstellung plakativ Anregungen geben, das Denken anstoßen und Wissen vermitteln. Nicht die „negativen“ Begleiterscheinungen des Baumes wie Arbeit, Dreck und Schatten, sondern seine für uns Menschen lebenswichtige Bedeutung als Sauerstoffspender, Behüter und Zeitwunder sollen mehr in die allgemeine Betrachtung einfließen.

Die Ausstellung will dies den Betrachtern vermitteln, damit bei der Einstellung zum Baum und bei den Handlungen mit und am Baum etwas mehr Nachdenklichkeit und Wissen einfließt. Dies ist eingebettet in ein allgemeines Verständnis von Leben und Natur, in dem es nicht nur „Gutes“ gibt, sondern stets auch andere Aspekte, „Schlechtes“ oder „Böses“, gleichwertig vorhanden sind, die jedoch erst den Wert des „Ganzen“ ausmachen.

Vieles, was den Menschen wichtig ist, deckt sich nicht mit den Interessen der Bäume. Insbesondere im urbanen Bereich besteht häufig eine Konfliktsituation. Dort finden zum Beispiel Maßnahmen der Baumpflege statt, die oft immer noch als „notwendig“ und gut für den Baum bezeichnet werden, dabei aber nur den echten oder angeblichen Sicherheitserwartungen der Menschen entspringen und aus Baumsicht keine Notwendigkeit darstellen. So ist z. B. hohl sein für den Baum nicht von Nachteil, und selbst stark ausgefaulte Bäume können noch sicher sein. Nur müssen das die Menschen erst einmal wissen.

Interessant ist, dass natürlich niemand etwas gegen Bäume hat, nur der Baum vor der eigenen Tür stellt ein zu bearbeitendes Übel dar. Diese Erfahrung aus vielen Jahren baumpflegerischer Tätigkeit schlägt sich in der Ausstellung nieder.

Zielgruppe der Ausstellung sind alle Bauminteressierten. Ergänzt werden kann die Ausstellung durch Exponate aus der Sammlung Thomsen und weiteren Stücken von Ehsen, und Schöpe. So findet ein Stammscheiben-Rätsel immer wieder große Resonanz und spornt die Sinne und das Erinnerungsvermögen an, welche Scheibe nun zu welcher Baumart gehört.

Bisher gab es fünf Ausstellungsstandorte mit über 12.000 Besuchern. In den Gesprächen mit den interessierten Gästen wird immer wieder deutlich, dass „der Baum“ für viele eine große Bedeutung hat und ein Bedürfnis nach Informationen besteht, was auf dieser Ausstellung etwas befriedigt wird.

Weitere Informationen
Die Ausstellung „Baum trifft Mensch“ wurde erarbeitet von Klaus Schöpe, Uwe Mädger und Uwe Thomsen. Alle sind öffentlich bestellte und vereidigte Baumgutachter und arbeiten in der SAG Baumstatik e.V. mit weiteren Sachverständigen aus Europa gemeinsam daran, Bäume sicher zu erhalten. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann angefordert werden. Sie besteht aus zwölf wetterfesten DIN A0 – Tafeln, zur Zeit einseitig beschichtet, die Zweiseitigkeit ist in Arbeit.

 

Der Autor: Klaus Schöpe
Studium der Landschaftsplanung zum Dipl.-Ing., danach tätig im Garten- und Landschaftsbau, Baumpflege-Erfahrung seit 1986, seit 1999 öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baumpflege, Baumstatik, Baumwertermittlung, Gehölz- und Grundstückswertermittlung, Baumbüro®

 

Weitere Artikel über die Ausstellung
Baum trifft Mensch von Klaus Schöpe (Kletterblatt 2009)

 
Online blättern im Kletterblatt 2004: "Baum trifft Mensch" Nach oben
 

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